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Germanische Texte/Gedichte/Sprache

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Germanische Texte/Gedichte/Sprache

Beitrag  Mo-ack am Di Feb 19, 2013 2:59 am

So mal ein der is mir langweilig auf der Arbeit da komme ich auf die seltsamsten Sachen. Wenn man die Zeit von 7:00 - 17:00 Uhr überbrücken muss, ich will zocken. Dann mal viel Spass beim posten einen kleinen Anfagn habe ich ja schon mal gemacht. Haut rein in die Tasten.


Thor stand am Mitternachtsende der Welt, die Streitaxt schwang er, die
schwere: "So weit der sausende Hammer fällt, sind mein die Lande und
Meere!"
Und es flog der Hammer aus seiner Hand, flog ber die weite Erde. Fiel nieder an fernstem Süden Rand, da alles sein Eigen werde.

Seitdem
ist es freudig Germanenrecht, mit dem Hammer Land zu erwerben: Wir sind
von des Hammergottes Geschlecht und wollen sein Weltreich erben.

In
jedem reinen Herzen blüht die Saat, der Hammergott und seine Kraft, die
Götter leben in uns und die Macht, sie warten nur darauf, das ihr
erwacht.

Hammergott Thor wir ehren Dich, du bist Leitbild unserer
Seele, Kampf und Kraft ist Germanenrecht, die Tugend unsere Ehre. Auf
ewig treu in Geist und Blut, edel heit das deutsche Gut. Freiheit, Recht
und Einigkeit sind keine Phrasen der neuen Zeit.

In jedem reinen
Herzen blüht die Saat, der Hammergott und seine Kraft, die Götter leben
in uns und die Macht, sie warten nur darauf, das ihr erwacht.

Von
Süden kam der schwache Geist, der deutsche Seelen gen Tiefe reit,
Paulusglaube und Priestermacht haben unsere Stärke dahingerafft. Doch
ewig gab es Freiheitslichter, edle Seelen, reine Gesichter. Ein Denkmal
steht, dir Ekkehart, in deutschen Herzen, frei und stark.

In
jedem reinen Herzen blüht die Saat, der Hammergott und seine Kraft, die
Gtter leben in uns und die Macht, sie warten nur darauf, da ihr erwacht.

MFG Mo-ack/Stefan


Zuletzt von Mo-ack am Di Feb 19, 2013 4:53 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Germanische Texte/Gedichte/Sprache

Beitrag  Mo-ack am Di Feb 19, 2013 3:07 am

Altisländisch (800 –
1550)

aus der isländischen Bibelübersetzung von Oddr Goðskalksson
(1540

Faðir Vor, sá
þú ert á himnum. Helgist nafn þitt. Til
komi þitt ríki. Verði þinn vili, svo á
jœrðu sem á himni. Gef oss í dag vort dagligt
brauð. Og fyrirlát oss vorar skuldir, svo sem vér
fyrirlátum vorum skuldu-nautum. Og inn leið oss eigi í
freistni. Heldr frelsa þú oss af íllu: þvíat
þitt er ríkit, máttr og dyrð um aldir alda.


Überstetzt:

Vater
unser, der du bist im Himmel. Geheiligt sei dein Name. Dein Reich
komme an. Werde dein Wille, so auf der Erde wie im Himmel. Gib uns
heute unsere tägliches Brot. Und vergib uns unsere Schuld, so
wie wir vergeben unseren Schuldnern. Und leite uns nicht in Versuchung
hinein. Lieber befreie du uns von Übel: denn dein ist das Reich,
die Macht und die Herrlichkeit in allen (Zeit-) Altern.
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Re: Germanische Texte/Gedichte/Sprache

Beitrag  Mo-ack am Di Feb 19, 2013 3:17 am

3. Altnordisch (200 n.Chr. –
800)

Runeninschrift aus Nordschleswig (um 420)
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Re: Germanische Texte/Gedichte/Sprache

Beitrag  Tokala am Di Feb 19, 2013 8:11 am

gefällt mir! werd die tage mal meine Edda raussuchen Very Happy

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Re: Germanische Texte/Gedichte/Sprache

Beitrag  Mo-ack am Di Feb 19, 2013 11:24 pm

Es saßen die alten Germanen
zu beiden Ufern des Rheins;
sie lagen auf Bärenhäuten
und soffen immer noch eins.


Refrain:
Und eins und zwei und drei und vier:
Sie soffen unheimlich viel Lagenbier.
Und fünf und sechs und sieben und acht:
Sie soffen die ganze Nacht.

Da Trat in ihre Mitte
ein Jüngling römischen Blut's:
"`Grüß Gott, ihr alten Germanen,
ich bin der Tacitus."'

Da hoben die alten Germanen
zum Bergmannsgruße die Hand.
"`Glück auf, du römischer Jüngling,
du bist uns wohl bekannt."'

Da hoben sie an zu saufen
so manchen Tropfen Met.
Sie würfelten um ihre Weiber--
es wurde ziemlich spät.

Da mixten die alten Germanen
dem Römer einen Trank.
Den soff er fröhlich hinunter,
bis er zu Boden sank.

Da lachten die alten Germanen
zu beiden Ufern des Rheins,
und ließen ihn trinken und trinken:
ein Glas und immer noch eins!

Und als am anderen Morgen
der Römer den Schaden besah,
schrieb er mit zitternden Händen
an seine Germania:

"`Wir sind zwar keine Germanen
doch üben wir uralten Brauch.
Wir würfeln nicht um unsre Weiber,
doch saufen können wir auch!"'

Und das ist unsre Devise,
an dieser halten wir fest:
"`Früh ist noch keiner gestorben,
der bis ins Alter gezecht."'


Zuletzt von Mo-ack am Di Sep 10, 2013 12:48 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Germanische Texte/Gedichte/Sprache

Beitrag  Mo-ack am Mi Feb 20, 2013 10:54 pm

Das Hildebrandslied noch in Keilschrift

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Re: Germanische Texte/Gedichte/Sprache

Beitrag  Mo-ack am Fr Apr 19, 2013 1:48 am

Jedes Ding, das du auch nehmen magst zur Hand,
führt dich zurück zum ehrwürd´gen Germanenstand

Lange bevor es unsere Bücher sagen,
waren der Germanenvölker beste Tagen.

Sie gaben dieser Welt sehr viel,
den wilden und den kulturellen Stil.

Drum heben wir zum Gruß die Hand,
grüssend Odin und die Asen,

gold'ne Tafeln auf idafelder, immergrünem Rasen,
grüssend den heiligen Germanenstand.
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Re: Germanische Texte/Gedichte/Sprache

Beitrag  Mo-ack am Fr Apr 19, 2013 1:54 am

Die wichtigsten germanischen Stammesrechte sind in der Folge ihrer Entstehung:


Föderaten auf ehemals römischem Boden (Mitte des 5. bis Mitte des 7. Jahrhunderts)Süddeutsche Germanenstämme (7.–8.Jahrhundert)Fränkische Randgebiete (9. Jahrhundert)
Edictum TheodericiMitte des 5. Jahrhunderts, älteste gotische und überhaupt germanische Gesetzessammlung
Codex EuricianusUm 475, auf den westgotischen Herrscher Eurich zurückgehende Vorschriften
Lex BurgundionumZwischen 480 und 501, am Codex Euricianus und Codex Theodosianus orientiertes Recht der Burgunden
Lex SalicaZwischen 507 und 511, älteste fränkische Rechtssammlung
Edictum RothariUm 643, langobardische Rechtsaufzeichnung
Liber Iudiciorum oder Lex VisigothorumUm 654, dauerhafte westgotische Rechtskodifizierung des Königs Reccesvinth
Pactus legis Alamannorum1. Hälfte des 7. Jahrhunderts, älteste alemannische Rechtsaufzeichnung
Lex AlamannorumAb 725, Neugliederung des Pactus Legis Alamannorum
Lex BaiuvariorumNach 740, nach dem Vorbild des Codex Eurianus und der Lex Alamannorum
Lex Ribuaria802/803, Rechtssammlung der „Rheinfranken“ um Köln einschließlich der Rechte der Friesen (Lex Frisionum), Sachsen (Lex Saxonum) und Thüringer (Lex Thuringorum)
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Re: Germanische Texte/Gedichte/Sprache

Beitrag  Mo-ack am Mi Jul 03, 2013 1:04 am

Da schon einigemale im TS gefragt wurde wer ist TYR.

Hier is die Antwort:

Tyr in der isländisch-nordischen Mythologie


Tyr ist an Macht im Norden stark beschränkt und verblasst, dennoch treten alle wesentlichen Eigenschaften des Tiwaz zutage. Nach den eddischen Schriften der Lieder-Edda wird der Riese Hymir als Vater Tyrs genannt,[20] aber abweichend davon wird in der Prosa-Edda Odin als solcher genannt (Frigg als Mutter). Er galt als der Beschützer des Things, der Stammesversammlung. Sein Symbol ist das Schwert, mit dem er sich selbst ins Schlachtengetümmel stürzt. Um den Fenriswolf (Fenrir) durch die magische Fessel Gleipnir binden zu können, sieht sich Tyr genötigt, dem gefährlichen Wolf die eigene Hand als Pfand ins Maul zu halten.[21] Als der Wolf jedoch merkt, dass die Götter ihn gefesselt halten wollen, beißt er Tyr die Hand ab, und dieser muss fortan mit der linken Hand kämpfen. Im Ragnarök tötet Tyr Garm, den Höllenhund, wobei er aber selbst zu Tode kommt.


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Re: Germanische Texte/Gedichte/Sprache

Beitrag  Mo-ack am Do Aug 15, 2013 7:05 pm

Die Germanen - die Erben Roms
 
Germanen ist die Bezeichnung für eine zur indogermanischen Sprachfamilie gehörende Volksgruppe. Sie stammen ursprünglich wahrscheinlich aus Skandinavien, Dänemark und Norddeutschland. Die Vorfahren der Germanen können nach frühesten historischen Überlieferungen bis in Mitte des 1.Jahrtausend v.Chr. zur Jastorf-Kultur (nordgermanische Ebene zwischen Elbe und Oder) sowie zur Harpstedt-Kultur in Nordwestdeutschland und Holland zurückverfolgt werden. Später gelangten sie durch die Verdrängung der Kelten bis an die Alpen, ja wurden sogar zu den Erben des untergegangenen Weströmischen Reiches. Die Gesamtzahl der Germanen wird auf etwa 4-7 Mill. geschätzt. Nach Tacitus und Plinius gab es drei germanische Stammesgruppen, an der Küste die Ingaevonen (Ingwäonen), in der Mitte die Herminonen und im übrigen Gebiet die Istaevonen (Istwäonen). Die Kenntnis der Nachwelt von den Germanen stammt fast ausschließlich aus den Werken römischer Autoren (Cäsar, Tacitus, Plinius der Ältere)
Germanen und Kelten
Während der Zeit der La Tene-Kultur (ab 500 v.Chr.) gab es vielfältige Handelskontakte zwischen keltischen und germanischen Stämmen. So entwickelte sich mit der Zeit ein Einfluss der keltischen Welt auf die der Germanen. Besonders keltische Handwerkstechniken fanden eine weite Verbreitung im germanischen Gebiet. Eines der Gebiete mit den meisten Kontakten zwischen Kelten und Germanen war die Region Böhmen und Mähren. Nach und nach verdrängten die germanische Stämme durch ihre Expansion die keltischen Stämme. Konnten die Boier und Skordisker im 2.Jrh.v.Chr. noch die aus Norden kommenden Kimbern nach Westen abwehren, so wurden sie im 1.Jrh.v. Chr. endgültig von den Markomannen nach Westen zur mittleren Donau verdrängt. Die Helvetier aus dem westlichen Alpengebiet mussten im Jahre 58 v.Chr. aufgrund des germanischen Druckes nach Gallien auswandern (diente Cäsar als Vorwand für den Gallischen Krieg). Im Jahre 71 v.Chr. riefen die keltischen Arverner und Sequaner die germanischen Sueben zur Hilfe im Kampf gegen die benachbarten Häduer. Einmal in Gallien blieben die Sueben einfach dort. Die germanische Expansion gegen die westlichen Kelten machte also im 1.Jrh.v.Chr. bedeutende Fortschritte.
Germanen und Römer - Zug der Kimbern und Teutonen 
Im 2.Jrh.v.Chr. trafen das germanische und römische bzw. römisch beeinflusste Gebiet das erste Mal aufeinander. Im Jahre 113 v.Chr. fielen die Kimbern in großen Mengen in das an Rom gebundene Königreich Noricum (im heutigen Österreich) ein. Eine römische Armee unter Konsul Gnaeus Papirius Carbo stellte sich ihnen entgegen und wurde vernichtend geschlagen. Die Kimbern zogen danach weiter westwärts zum Oberrhein und nach Gallien.

Verstärkt wurden sie durch die von Norden kommenden Teutonen. Die Schätzungen über die Größe dieser Völkerwanderung gehen weit auseinander, aber von 1 Million Menschen kann man wohl ausgehen. Gemeinsam drangen sie 109 v.Chr. in Südgallien ein und baten den römischen Senat um Zuweisung von Siedlungsland. Diese Bitte wurde ihnen verwehrt. Gleichzeitig wurde eine römische Streitmacht unter dem Konsul Marcus Junius Silanus ausgesendet, um die Kimbern und Teutonen anzugreifen. Die Römer wurden allerdings vernichtend geschlagen. Im Jahre 107 n.Chr. erging es einem Heer unter dem Konsul L.Cassius Longinus ebenso aber die Germanen zogen nicht gegen Italien sondern in das Innere Galliens. Im Jahre 105 v.Chr. kam die Germanenschar auf der Suche nach Land erneut an die Rhone. Wieder wurde ihre Bitte nach Land abgelehnt, worauf sie durch das Rhonetal südwärts bis nach Arausio (Orange) vordrangen. Hier trafen sie auf zwei konsularische Armeen unter Prokonsul Caepio und Konsul Mallius Maximus und besiegten diese erneut, eine der schwersten Niederlagen in der römischen Militärgeschichte überhaupt. Dabei sollen ca. 80.000 römische Legionäre ums Leben gekommen sein. Die Germanen ließen sich aber nicht in Südgallien nieder (die einheimische Bevölkerung stand im Kampf gegen Rom nicht zu den Germanen) sondern die Kimbern zogen westwärts nach Spanien und die Teutonen ins Innere von Gallien
 
Da beide Stämme auch dort keine Unterstützung fanden, trafen sie schließlich an der Seine wieder zusammen und wanderten weiter mit dem Ziel Italien. Dabei trennten sich Kimbern und Teutonen erneut, diesmal mit fatalen Folgen. Eine neu aufgestellte römische Armee unter Gaius M. Marius verfolgte die Teutonen vom Iseretal ostwärts und stellte sie nahe Aquae Sextiae (Aix-en-Proivence) 102 v.Chr. zur Schlacht. Dort wurden die Teutonen von den Legionen besiegt und nahezu vollständig vernichtet. Im Jahre 101 v.Chr. wurde schließlich die entscheidende Schlacht zwischen Römern und Kimbern bei Vercellae in der Po-Ebene geschlagen, die Gaius M. Marius erneut für sich entschied. Die Kimbern hatten dabei 200.000 Tote zu beklagen. Die germanische Gefahr war damit abgewendet und die erste Konfrontation zwischen Germanen und Römern zu Ende.

In den 50er Jahren des 1. Jahrhunderts v. Chr. hatte Caius lulius Caesar die gallischen Gebiete vom Atlantik bis zum Rhein erobert. Dieser bildete seither die Grenze des Römischen Reichs gegen die Germanen. Die römischen Besatzungstruppen waren im Inneren Galliens stationiert, die Rheingrenze daher weitgehend ungeschützt. Dies nutzten die jenseits des Rhein siedelnden Germanenstämme immer wieder zu plötzlichen Überfällen in das sich wirtschaftlich entwickelnde gallische Gebiet aus. Allerdings erlaubte es den Römern ihr gut ausgebautes Straßensystem, jeden Punkt der Grenze relativ schnell zu erreichen, um auf plötzliche Überfälle zu reagieren. So hatte bereits Agrippa damit begonnen, eine Nord-Ost-Verbindung von Lugdunum (Lyon) zur Mosel und bis nach Köln sowie eine Nord-West-Route zur Atlantikküste über Autun und Beauvais zu bauen. Eine weitere wichtige Strasse verlief von der Atlantikküste über Bavay nach Köln. Außerdem errichteten die Römer die wichtige Rheinstrasse entlang des Westufers, die in Vindonissa (heute Windisch in der Schweiz) begann und über Straßburg, Mainz, Köln, Xanten und Nijmegen nach Katwijk an der Nordseeküste verlief und damit nicht nur die Alpenregion mit der Nordsee sondern auch alle wichtigen Militärlager am Rhein miteinander verband.
Feldzüge von Drusus und Tiberius
Mit dem Sieg über die westlichen Alpenvölker um 25 v.Chr. hatte die Eroberung der Alpenregion durch die Römer begonnen. Wenig später gab es bereits Kastelle bei Basel, Zürich und Oberwinterthur in der heutigen Schweiz sowie Stützpunkte in Xanten, Neuss, Bonn und vielleicht auch schon in Nijmegen. Um 20 v.Chr. begann der Bau einer Fernstrasse von Lyon (Lugdunum) über Trier bis an den Rhein. In den Jahren 17/16 v.Chr. fielen die Sugamber, Usipeter und Tenkterer in die westlich des Rheins gelegenen Gebiete ein und vernichteten die 5.Legion der Rheinarmee unter Marcus Lollius. Daraufhin begab sich Kaiser Augustus für die nächsten drei Jahre (15-13 v.Chr.) nach Gallien, um die Neuorganisation der Provinz voranzutreiben und deren Verteidigung neu zu strukturieren, auch indem er weitere Legionen aus den Provinzen direkt an den Rhein verlegte. Diese wurden zu je zwei Legionen in Standlagern untergebracht. Im Alpenfeldzug 15 v.Chr. stößt Nero Claudius Drusus (ein Stiefsohn des Augustus) von Trient aus nach Norden und Tiberius (Bruder des Drusus) von Gallien aus nach Osten vor. Der Nordrand des Alpenlandes wird

Im Jahre 12 v.Chr. begann dann die römische Invasion ins germanische Land unter dem Oberbefehl des Drusus. Ausgangspunkte waren die Lager bei Mainz, in Xanten, Neuss und Nijmegen. Das Lager in Mainz befand sich gegenüber der Mainmündung, das Legionslager in Xanten gegenüber der Lippemündung. Beide Flüsse boten für den Nachschub den Zugang bis weit in das feindliche germanische Land.
Drusus führte eine römische Flotte längs der Nordseeküste und unterwarf die Friesen und Chauken, die an der Wesermündung siedelten. Die Offensive des nächsten Jahres (11 v.Chr.) richtete sich gegen die aufsässigen Sugambrer. Drusus traf sie nicht zu Hause an, da sie gerade gegen die Chatten ins Feld gezogen waren, und wandte sich deshalb gegen die Cherusker. Die Cherusker wichen vor den Römern Richtung Elbe aus. Drusus zog hinter ihnen her, wobei er das Cheruskerland zerstörte. Trotzdem war auch dieser Feldzug recht erfolglos, denn die Cherusker hatten sich über die Elbe in Sicherheit gebracht. Auf dem Rückmarsch wurden die Römer in einer Talenge bei Arbalo von den inzwischen zurückgekehrten Sugambrern im Verbund mit den Cherusker unter Segimer (Vater des Arminius) und den Sueben angegriffen. Drusus konnte sich freikämpfen und die Römer entgingen nur knapp einer Katastrophe. Ziel des Angriffes unter Drusus im Jahre 10 v.Chr. waren diesmal neben den Sugambrern auch die Chatten. In diesem Jahr ließ Drusus auch einen Kanal (fossa Drusiana) anlegen, der den Rhein über den Flevo-See mit der Zuidersee und damit mit der Nordsee verband. Dadurch wurde der Weg für die Flotte von den römischen Stützpunkten am Rhein in den Nordwesten erheblich verkürzt. Der Feldzug im Jahre 9 v.Chr. richtete sich gegen die Chatten und Sueben. Drusus führte das Heer erneut bis an die Elbe und dann zurück in westliche Richtung gegen die Cherusker. Auf dem Rückmarsch stürzte er vom Pferd, zieht sich dabei einen Schenkelbruch zu und stirbt nach 30 Tagen im Sommerlager (castra scelerata - das verfluchte Lager). Sein Bruder Tiberius, der an sein Sterbebett geeilt war, übernahm an Ort und Stelle das Kommando über die Truppen.
Trotz der Erfolge des Drusus war der Widerstand der germanischen Völker und Stämme noch immer sehr groß. Im Jahr 8 v.Chr. kam Augustus nach Gallien, um weitere Vorbereitungen zur Eroberung der rechtsrheinische Gebiete zu treffen. Die germanischen Stämme hatte in den zurückliegenden Jahren die Erfahrung gemacht, daß die Zahl ihrer Krieger immer weniger wurde, aber die Römer trotz erlittener Verluste zu jedem Feldzug mit mehr Truppen erschienen. Daher waren einige Stämme bereit, sogenannte Föderatenverträge mit den Römern abzuschließen. Mit dem Feldzug des Tiberius im Jahre 8 v.Chr. begann die Auflösung der Sugambrer als eigenständiger Stamm. Die Verluste der letzten Jahre waren einfach zu hoch. So war es Tiberius möglich etliche Sugambrer auf das linke Rheinufer umzusiedeln, wo sie fortan unter Kontrolle waren. Die restlichen Stammesangehörigen schlossen sich den Chatten an. Auch im Jahre 7 v.Chr. führte Tiberius verschiedene Feldzüge in Germanien durch. Was sich in den Jahren 6 v.Chr. bis 1 n.Chr. nach dem Rückzug des Tiberius vom Oberkommando im rechtrheinischen Germanien genau abspielte, ist weitgehend unbekannt. Man weiß von einem Feldzug unter L.Domitius Ahenobarbus von Raetien aus im Jahre 2 v.Chr. gegen die Hermunduren. Dabei überschreitet er die Elbe und schloß mit einigen rechtselbischen Stämmen Verträge ab. Wahrscheinlich wurden weitere Vorstöße in germanisches Gebiet aus dem Donauraum vorgenommen. Im Jahre 1 n.Chr. führten die Legaten M.Vinicius und Ahenobarbus verschienene Feldzüge zwischen Rhein und Ems. Der Rückweg des Ahenobarbus führte ihn auch durch das Land der Cherusker. Dort mischte er sich massiv in interne Stammesangelegenheiten ein, so daß die erbosten Cherusker die mit Tiberius vermutlich geschlossenen Verträge aufkündigten. Auf seinem weiteren Rückmarsch zum Rhein legte er die berühmten "pontes longi" an, einen Knüppeldamm durch ein Sumpfgebiet. In den Jahren 1-4 n.Chr. gab es vor allem Unruhen im heutigen Norddeutschland.
Im Jahre 4 n.Chr. übernahm Tiberius wieder das Oberkommando in Germanien und führte einen Feldzug durch, wobei er die Chauttuarier unterwarf. Auch im Jahre 5 n.Chr. fand ein Feldzug statt. Mit den Chauken schloß Tiberius in diesem Jahr Verträge. Nachdem die Römer nun im Jahre 6 n.Chr. mit den meisten germanischen Stämmen zwischen Rhein und Elbe Verträge geschlossen hat, begann der Aufbau der neuen Provinz Germanien. Die Römer richteten kaiserliche Domänen (saltii) ein, bauten Strassen, eröffneten regionale Märkte und legten Kastelle an. Ebenso begannen sie mit der Errichtung von Städten (Halberstadt, Hildesheim (?) sowie Waldgirmes). Tiberius führte im Jahr 6 erst einen Feldzug in Germanien durch und zog dann gegen die Markomannen. Das aufblühende markomannische Königreich in Böhmen unter dem König Marbod empfand Rom als ständige Bedrohung. 12 Legionen waren in je zwei Armeen zu jeweils 6 Legionen (eine von Germanien unter Sentius Saturninus und die zweite aus Noricum unter Tiberius selbst) auf dem Weg zu den Markomannen. Als Tiberius noch ca. 5 Tagesmärsche von dem Platz, wo Marbod 75.000 markomannische Krieger zusammengezogen hatte entfernt war, erhielt er die Nachricht von schweren Unruhen in Pannonien und Dalmatien. Sofort rückte er mit seinen Legionen zu ihrer Niederschlagung ab und schloß mit Marbod einen Friedensvertrag.
Im Jahre 7 n.Chr. schickte Augustus Publius Quintilius Varus als neuen Statthalter nach Germanien. Dieser hatte vor allem seit dem Krieg in Pannonien dafür zu sorgen, daß die mit den Germanen vertraglich vereinbarten Steuern und Getreidelieferungen (trotz Mißernten u.ä) pünktlich geliefert wurden, denn sie wurden zur Versorgung der römischen Truppen in Pannonien dringend benötigt. Dies und die Tatsache, daß der römische Einfluß in Germanien durch Handel und erste Ansiedlungen (vermutlich sogar im Bau befindliche Städte) immer stärker wurde, machten es Varus nicht gerade leicht. Der Unmut unter den germanischen Stämmen wuchs stetig. Varus war im Juli des Jahres 9 n.Chr. mit seinem gesamten Heer (5 Legionen, die 14., 21. sowie die 17.,18. und 19.) und Gefolge in seinem Sommerlager an der Weser nahe am Gebiet der Cherusker (deren Fürsten Arminius, Segimer und Segestes sich in seinem Gefolge befanden). Dort erreichte ihn die Nachricht über einen Aufstand von entfernt von seinem Lager befindlichen Stämmen, die bereits in ihrem Gebiet stationierte Römer getötet haben sollten.
Das veranlaßte ihn, unverzüglich einen Feldzug gegen die aufständischen Stämme zu führen. Am Vorabend dieses Feldzuges gab Varus noch ein Gastmahl und er wurde dabei durch Segestes gewarnt, daß Arminius und Segimer eine Verschwörung gegen ihn planten, aber er schenkte dem (zumindestens em Anschein nach) keinen Glauben. Zwischen ihm und seinem Neffen Asprenas kommt es daraufhin zum Disput, so daß Varus Asprenas mit der 14. und 21. Legion zurück an den Rhein ziehen läßt. Mit Asprenas Truppen ziehen auch die Frauen und Kinder. Zudem transportiert er einen erheblichen Teil des Eigentums der Offiziere und Soldaten zurück an den Rhein. Um den Wegfall dieser zwei Legionen zu kompensieren und die vermeintlichen Aufrührer gleichzeitig zu schwächen, bittet Varus die in seinem Sommerlager anwesenden Stammesfürsten um Hilfstruppen, die ihm diese gewährten. Das sie nie kommen würden, wußte Varus zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht.
 

Die Varusschlacht 9 n.Chr.
Über diese Schlacht ist schon viel geschrieben worden und es gibtviele Thesen, wo sie wohl stattgefunden hat. Da ich hier nicht alle möglichen Varianten (Teutoburger Wald, Kalkriese, Halberstadt ...) abhandeln kann, habe ich mich nach sorgfältigem Lesen der jeweiligen Bücher und mehren Besichtigungen vor Ort (Kalkriese und Teutoburger Wald) für eine Variante entschieden. Die Varusschlacht fand wahrscheinlich bei Halberstadt statt ! Beschrieben wird diese These ausführlich im Buch "...gesichert von Türmen geschützt vom Schwert, ..." von F.H. Rainer Friebe. Ich kann es allen Interessierten nur empfehlen. Aber was geschah nun im einzelnen ?
 

Die Langobarden und die Cherusker waren nach Tacitus die Initiatoren und Auslöser der Aufstände, wobei wohl die Langobarden mit dem Aufstand begonnen hatten. Da ihr Siedlungsgebiet östlich von Varus Sommerlager lag, zog er mit seinen Legionen (17., 18. und 19. verstärkt durch 6 Legionskohorten und 3 Alae (Reiterschwadron) aus den Reihen der 14. oder 21. Legion) auch in östliche und nicht in die westliche Richtung. Als Zeitpunkt des Feldzuges ist wohl Juli anzunehmen, da die Nachricht von der Niederlage des Varus fünf Tage nach Beendigung des Pannonischen Krieges in Rom ankam, also am 8.August des Jahres 9 n.Chr. Varus Begleiter auf dem Feldzug waren am Anfang jene Fürsten, die ihm am Vorabend Hilfstruppen zugesagt hatten. Kurz darauf trennten sie sich von ihm, angeblich um die Hilfstruppen zu mobilisieren und sich dann mit den Römern an einem vorstimmten Ort wieder zu freffen.
Die Römer maschierten auf einem alten Heerweg über Elze, Hildesheim und Schöningen Richtung Elbe. Diese These wird durch den Hildesheimer Silberfund gestützt, der nach der sehr überzeugenden Meinung von Herrn Friebe einer Zeltgemeinschaft von Legionären der 18.Legion gehörte (Näheres dazu findet man im genannten Buch). Aber wo war sicheres Gebiet ? Weiter nach Richtung Elbe war nicht sinnvoll, nach Westen konnte er auch nicht, weil er annehmen mußte, daß auch die Stämme westlich der Weser in die Verschwörung verwickelt waren. Der Marsch Richtung Norden führte in Gebiete fern der römischen Hemisphäre und Richtung Süden war das Gebiet der Chatten, die in Dauerfeindschaft zu den Römern standen. Außerdem war von Süden mit Verbänden der Sugambrer, Brukterer und Marser zu rechnen. Der einzig erfolgversprechende Weg war in östliche Richtung  durch das Nordharzgebiet zu ziehen, um den Harz dann in südliche Richtung zu überqueren oder zu umrunden um dann auf den bekannten Wegen Richtung Rhein zu ziehen. Also führte ihn sein Weg in den römischen Saltus, der sich als Puffer zwischen Cheruskerland und dem der Sueben befand und vermutlich bereits durch erste Kastelle gesichert worden war.
So konnte er vielleicht auch noch die dort befindlichen römischen Bürger retten, wenn sie nicht schon getötet worden waren. Mit zunehmender Dauer des Marsches wurde das römische Heer von immer mehr Feinden angegriffen, so daß Varus den Weg durch das "Große Bruch", ein Sumpfgebiet, wählte. In diesem Gelände waren Angriffe schwerer zu führen. Vom dritten zum vierten Tage machte das Varusheer einen Nachtmarsch. Die nächste Lagermöglichkeit wurde dann genutzt und ein Dreilegionenlager errichtet. Es sollte das vorletzte Varuslager sein. In diesem Lager lagerten die Römer zwei bis drei Tage, während sich davor die Feinde sammelten. Als es nicht gelang diese durch gezielte Ausfälle zu vertreiben, sondern die Zahl der feindlichen Truppen stetig anstieg, entschloß sich Varus zur Schlacht. Wie diese Schlacht ablief ist nicht genau überliefert, aber wahrscheinlich hatten die Römer anfangs Erfolge. Dadurch entfernten sie sich immer mehr von Lager und verfolgten die vermeintlich fliehenden Germanen bis sich das Schlachtfeld verengte. Dort wurden sie in den Flanken von gut versteckten Verbänden angegriffen. Das Varusheer erlitt in dieser Feldschlacht katastrophale Verluste und nur noch ein Teil konnte sich in das Meilen entfernte Lager retten. Da Varus nicht mehr genug Soldaten hatte, um das gesamte Dreilegionenlager zu verteidigen, verkleinerte er das Lager quer zu den Längsseiten. Die Größe dieses kleinen Lager zeigt, das Varus zu diesem Zeitpunkt bereits 2/3 der Legionen verloren hatte. In diesem Lager stützte sich Varus zur Erhaltung seiner Ehre in sein Schwert. Seine verbliebenen Soldaten versuchten ihn entsprechend zu bestatten und zu verbrennen, aber das Lager vor dem Niederbrennen des Scheiterhaufen von den Germanen eingenommen. Dem halbverkohlten Leichnam des Varus wurde der Kopf abgeschlagen und an Marbod gesandt. Nach Varus Tod hatte Ceionius den Oberbefehl. Dieser bot den Germanen die Kapitulation an und gab den verzweifelt kämpfenden Legionären am Wall den Befehl zum Einstellen der Kampfhandlungen. Aber die Germanen metzelte die Legionäre nieder und opferten die römischen Offiziere in ihren heiligen Hainen zu Ehren ihrer Götten, so auch Ceionius. Nur wenige konnte fliehen ins Kastell Aliso. Kaiser Augustus soll äußerst verzweifelt über die Niederlage in Germaniens Wälder gewesen sein (aus dieser Verzweiflung rührte der Ausruf :"Varus, Varus! Gib mir meine Legionen wieder!"). Wie nachhaltig diese verlorene Schlacht im Bewußtsein der Römer blieb, zeigt sich vor allem daran, daß die Nummern der untergegangenen Legionen (17,18 und 19) nie wieder vergeben wurden. Innerhalb eines einzigen kurzen Feldzuges hatte Rom etwa ein Zehntel seiner Armee eingebüßt. Nur wenige der schätzungsweise 25.000 Soldaten entkamen dem Inferno. In der Folge gaben die Römer ihre Unterwerfungspläne für Germanien erst einmal auf und zogen sich vollständig wieder hinter den Rhein zurück.

Die Jahre 10 - 12 n.Chr. waren geprägt von der Reorganisation der Rheinfront durch Tiberius. Im Jahre 13 n.Chr. übernahm Germanicus, der Sohn des Drusus, den Oberbefehl über die römischen Truppen am Rhein und musste im folgenden Jahr nach dem Tod des Augustus eine Meuterei der Legionen niederschlagen, die ihn gern zum Kaiser ausgerufen hätten.

Die Feldzüge des Germanicus (14 - 16 n.Chr.)
Durch Augustus Tod wurde Tiberius 14 n.Chr. zum römischen Kaiser. Nachdem Germanicus die Meuterei beim niederrheinischen Heer beendet hatte, brach er zu einem Feldzug gegen die Marser auf. Diese wurden kurz nach einer Stammesfeier von dem Angriff der Römer völlig überrascht. Sie konnten kaum Widerstand leisten. Große Teile des Marserlandes wurden völlig verwüstet und es wurden selbst Frauen, Kinder und Greise getötet. Die Römer zerstörten dabei auch einen heiligen Bezirk, das Stammesheiligtum der Marser. Im Jahre 15 n.Chr. begann Germanicus einen großangelegten Feldzug, zuerst gegen die Chatten, dann zum Ort der Varusschlacht. Hier sammelten sie die Überreste ein und bestatteten diese in einem Grabhügel. Schließlich zogen die Römer an die Weser zum Ort Amisia. Dort teile Germanicus die 8 Legionen zum Marsch in die Winterlager in Armeen auf. Die eine unter dem Befehl des General Caecina bestehend aus den 4 niederrheinischen Legionen sollte quer durchs Land zum Rhein ziehen. Auf dem Rückmarsch zum Rhein wäre diese Armee fast vernichtet worden. Caecina wird an den "pontes longi", einem Bohlenweg durch ein Sumpfgebiet, umstellt und kann sich nur mit großer Mühe und großem taktischem Geschick (welches Varus sicher fehlte) der Angriffe erwehren.
Der Germanicusfeldzug des Jahres 16 n.Chr. war vor allem gegen die Cherusker gerichtet. In seinem Verlauf kam es zwischen dem Heer des Germanicus (8 Legionen und viele Hilfstruppen) und den Stämmen unter Führung des Arminius (unter anderem die Langobarden und Semnonen) rechts der Weser zu zwei großen Schlachten, der Schlacht auf dem campus Idistaviso sowie der Schlacht am Angrivarierwall.

Die Schlacht am campus Idistaviso ("Schlachtfeld dem Ithi quasi gegenüber") fand zwischen der Weser und dem Ith statt. Nachdem die Römer die Weser überquert hatten, legten sie ein Marschlager an. Von diesem Lager aus zogen sie auf das Schlachtfeld. Bereits auf dem Marsch zum Schlachfeld wurden die römischen Truppen angegriffen. Die Schlacht selbst dauerte vom Morgen bis in die Nacht. Am Ende des Tages befanden sich die germanischen Truppen in Auflösung. Arminius und Inguiomerus konnten mit einem Teil ihrer Truppen bei den chaukischen Hilfstruppen die römische Schlachtenlinie durchbrechen und flohen Richtung Osten. Nach der Schlacht errichteten die Römer einen Siegeshügel und zogen dann den Cheruskern hinterher, um sie endgültig zu vernichten.
Diese gingen am Angrivarierwall in Stellung. Der Schlachtplan des Arminius (unter anderem auch die im Wald versteckten germanischen Reiterstreitkräfte) blieb Germanius nicht verborgen. So konnte er seine Reiter den germanischen Reitern entgegenstellen in einer Reiterschlacht und so verhindern, daß diese den Fußtruppen wie von Arminius geplant in den Rücken fallen konnten. Somit erreichten die römischen Legionen den Wall fast unbeschadet, so dass die Germanen einem viel größeren Ansturm als erwartet ausgesetzt waren. Das intensive römische Bombardement der Wallanlagen durch Schleudermaschinen, Katapulte, Bogen- und Wurfschützen tat ein übriges. So gelang es schließlich den Römern den Wall zu erobern. Die Germanen zogen sich in die angrenzenden Wälder zurück.
Arminius befand sich aber trotz der römischen Siege noch immer an der Spitze einer starken Koalitionsarmee germanischer Stämme. Germanicus wurde im Jahre 17 n.Chr. abberufen und in Rom mit einem Triumphzug geehrt und dann von Tiberius in den Osten des Reiches entsandt. Das Ende der Germanicus-Feldzüge bedeutete faktisch das Ende des römischen Anspruchs auf das rechtsrheinische Germanien.
Die Auseinandersetzungen mit den Römern im 1. und 2. Jrh
Im Jahre 28 n.Chr. gab es einen Aufstand der Friesen wegen der hohen Steuern, in dessen Folge auch das rechtsrheinische Friesland aufgegeben wird. Der Nachfolger von Tiberius, Kaiser Claudius, baute den Rhein durch die Anlage weiterer Kastelle als Grenze aus. Im Jahre 47 n. Chr. geht der römische Statthalter Domitius Corbulo vom Niederhein aus gegen die Friesen und Chauken vor, wird aber von Kaiser Claudius zum Rückzug aufgefordert. Im Jahre 50 es einen Einfall der Chatten nach Gallien, der aber erfolgreich abgewehrt werden kann. von 81 - 85 (?) finden die Chattenkriege statt. Die römische Offensive führte von Mainz durch die Wetterau ins chattische Gebiet.

Durch die beginnenden Völkerwanderungen traten die Germanen dann erst wieder im 2./3. Jrh. in Erscheinung. Es ist die Geschichte der Wanderung vieler verschiedener germanischer Stämme und deren Auseinandersetzungen mit den Römern. Schließlich treten sie im 4. und 5. Jrh das Erbe Roms im Westen an, wie die Karte zeigt.
Siedlungen und Wirtschaft der Germanen
Die Germanen wohnten in relativ kleinen Siedlungen. Aus den Bestattungsplätzen der Germanen schließen Archäologen, dass die Größe von Siedlungen bei etwa zweihundert Menschen lag. Aus Ausgrabungen ist bekannt, dass die Germanen in Holzhäusern in Skelettbauweise wohnten. Die verbreitetste Art war das germanische Langhaus, das Aufgrund seines Verhältnisses von Länge und Breite so bezeichnet wird.

Unter seinem Dach beherbergte es sowohl Menschen wie auch Tiere, die lediglich durch eine Wand getrennt waren. Der Wohnraum besaß keine weiteren Trennwände, in seiner Mitte befand sich eine Feuerstelle. Der Rauch konnte über eine Öffnung im Dach abziehen, Fenster besaßen die germanischen Häuser nicht. Das tief herabgezogene Dach war mit Rohr gedeckt und wurde von hölzernen Pfeilern getragen. Die Außenwände bestanden aus hölzernen Pfosten, zwischen denen sich mit Lehm beschmiertes Flechtwerk spannte. Für den Unterbau wurden in einigen Gegenden Steine verwendet. Separat vom Wohnhaus standen der Speicher und andere kleinere Nutzgebäude.
                                       
Das Anwesen war zum Schutz vor wilden Tieren und Räubern oft von einem hölzernen Zaun oder einer Steinmauer umgeben. Die Germanischen Bauern waren weitgehend Selbstversorger, der Hof bot alles, was die Familie zum Leben brauchte und was fehlte wurde entweder eingetauscht oder selbst hergestellt. Geld war den Germanen anfangs weitgehend unbekannt und wurde erst nach und nach durch die Römer eingeführt. Die Jagd wurde sehr eifrig betrieben im alten Germanien, die Wälder waren reich an Bären, Wildschweinen, Rot- und Dammwild sowie Aurochsen.
"Dass die Völkerschaften der Germanen keine Städte bewohnen, ist hinreichend bekannt, ja dass sie nicht einmal zusammenhängende Siedlungen dulden. Sie hausen einzeln und gesondert, gerade wie ein Quell, eine Fläche, ein Gehölz ihnen zusagt. Ihre Dörfer legen sie nicht in unserer Weise an, dass die Gebäude verbunden sind und aneinander stoßen: jeder umgibt sein Haus mit freiem Raum (...)." Tacitus, Germani
Religion der Germanen
Für die Germanen waren ihre Götter weder vollkommen noch unsterblich. Sie verehrten sie, doch sie unterwarfen sich ihnen nicht. Gaben sie ihnen eine Opfergabe, so erwarteten sie eine göttliche Gegengabe. Die Götterwelt der Germanen war sehr vielfältig. Da sie aus einer reinen Natur-Religion entstanden waren, waren einige Charakterzüge der germanischen Götter denen einiger griechischer und römischer Götter nicht unähnlich. Die wichtigsten Göttern waren:
Wodan
Oberhaupt der Germanengötter und Schutzgott des Krieger und Fürsten, Gott der Toten und Herr des Sturmes. Er hat eines seiner Augen geopfert, um aus der Quelle der Weisheit trinken zu können, was ihn zum weisesten aller Götter macht. Die beiden Raben Hugin und Mudin kommen zu ihm, um ständig über das Neueste in der Welt zu berichten. Er reitet auf seinem achtbeinigen Schimmel Sleipiur, auf welchem er oft in Zeichnungen dargestellt wird. Wenn er unterwegs in der Welt der Sterblichen ist, wird er von den Wölfen Geri und Frelki und den beiden Raben begleitet, welche ihm treu zur Seite stehen. Außerdem folgt ihm immer seine "Armee der Toten" (ein Heer aus gefallenen Germanen). Ihm wurden auch Menschenopfer dargebracht. Von den Nordgermanen wird er auch Odin genannt.
Donar / Thor
Wodan's Sohn ist der Herr der Blitze und des Donners. Er löst Gewitter aus und vertreibt auf diese Weise alljährlich den Winter aus Germanien. Als mächtige und gefährliche Waffe dienen ihm Blitze, welche er um sich schleudert. Ihm zu Ehren wurden Tiere geopfert. Er ist auch im Besitz des Hammers "Mjölnir", der über Zauberkräfte verfügt. Als Gott des Ackerbaus konnte er mit seinem Hammer den Boden fruchtbar machen und wurde daher vor allem von den Bauern verehrt.
Tiwaz
Sein Zeichen war das Schwert und er war der mutigste der Götter als Helfer im Kampf und im Krieg. Er wußte auch die Feinde zuverwirren.
Njord
Er herrschte in der Wasserwelt.
Nerthus
Sie war die Erdmutter und die Frau Njords.
Freyr
War der Sohn von Njord und Nerthus und der Sonnengott, der aus jeder Notlage heraushelfen konnte.
Freyja
War die unbeschreiblich schöne Tochter von Njord und Nerthus und Gemahlin Wodan's. Sie war Schutzherrin der Liebe und der Ehe. Außerdem verfügte sie über magische Kräfte und konnte die Zukunft vorhersagen.
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Re: Germanische Texte/Gedichte/Sprache

Beitrag  Mo-ack am Do Aug 22, 2013 7:56 pm

Germanische Waffen




Germanische Lanze
In 2009 begann ich, aus antikem Material eine Lanze zu fertigen, die auf der Saalburg gefunden wurde. Mich reizte alleine der Gedanke, Originalmaterial zu verwenden, um zu sehen, wie sich das Material beim Schmieden verhält. Des Weiteren handelte es sich bei der Lanze um ein sehr schönes Stück, wo es sich lohnte, edles Material zu verwenden. Nach dem Fund zu urteilen, war die Lanzentülle aufgedornt, also aus einem Stück geschlossen, ohne die übliche Naht. Nun begann ich das Material, einen Eisenbarren in Tropfenform, vorzubereiten. Da ich nicht das genaue Alter und somit auch nicht die Zusammensetzung kannte, musste ich hier sehr vorsichtig sein, um einen zu hohen Materialverlust zu vermeiden. Schon am Anfang war mir klar, dass es kein leichtes Unternehmen wird. Das Material war durch Korrosion sehr stark in Mitleidenschaft gezogen, und bei jedem Schlag des Hammers drohte es zu zerfallen. Daher musste ich es immer wieder durchschmieden, um genügend Festigkeit in das Material zu bekommen. Dies ist eine langwierige und bei heutigem Material unnötige Arbeit. Nach dem Ausschmieden des Grundmaterials begann ich nun mit der Feinarbeit. Zuerst habe ich die Tülle geschmiedet, mit dieser steht und fällt das Projekt. Nachdem ich die Tülle fertig gestellt hatte, begann ich mit dem Lanzenblatt. Als nun der Lanzenrohling vollendet war, stand die Feinarbeit an. Den nötigen Feinschliff bekam sie durch einen Nassschleifstein und diverse Feilen. Nach der Politur, auch von Hand, merkte ich, dass es sich um Damaststahl handelte. Man erkennt jetzt die feine Struktur der einzelnen Lagen. Für das Härten der Klinge fehlt mir allerdings bis heute der Mut, da ich nicht weiß, ob sie unbeschädigt bleibt. Den Lanzenschuh habe ich in gleicher Weise aus dem selben Material hergestellt.
Zum Vergrößern der Lanzenspitze bitte mit der Maus auf die Lanze klicken!

Germanisches Hiebschwert
Aus dem Vimose (Fünen, Dänemark)
Die Herstellung des hier gezeigten Schwertes war nur als Test gedacht! Herausgekommen ist ein vorzügliches Schwert, welches sich als sehr effektiv erweist! Im Test fand ich heraus, dass ich hier eine sehr schnelle Klinge mit sehr hoher Durchschlagskraft in der Hand hielt! Der römische Gladius wirkt im Vergleich eher plump und langsam. Alles in allem eine Hightech-Waffe der Germanen!!!
Siehe dazu auch: Projekte => Rekonstruktionsversuch eines germanischen Hiebschwertes

Germanisches Hiebschwertes (Vimose)

Germanische Speere



Quelle: http://www.roemische-schmiede.de/Replikate/Germanen/Waffen/Rep_Germ_Waffen.html
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Re: Germanische Texte/Gedichte/Sprache

Beitrag  Mo-ack am So Aug 25, 2013 9:45 pm

Germanisches Militärwesen


Waffen

Die Waffen des germanischen Kriegers sind nicht besonders Furcht einflößend gewesen, vergleicht man sie mit denen afrikanischer oder asiatischer Krieger auf etwa gleicher Kulturstufe: keine Keule mit Obsidiansplittern besetzt, keine scharf gezähnten Hiebwaffen, kein Gift, wenige Fernwaffen wie Schleuder oder Jagdbogen. "Nur wenige haben Schwerter oder Speereisen von größerer Länge und Breite; sie tragen Stoßlanzen oder - nach ihrer eigenen Bezeichnung - "Framen" mit einer schmalen, kurzen, aber so scharfen und gut verwendbaren Eisenspitze, dass sie, je nach den Erfordernissen der Kampflage, mit derselben Waffe aus geringerer oder größerer Entfernung kämpfen können. Der Reiter begnügt sich mit Schild und Frame; die Fußsoldaten schleudern auch kleinere Wurfspieße - jeder mehrere, und sie schnellen sie ungeheuer weit, mit nacktem oder nur mit einem Mantel leicht bekleideten Oberkörper. Es gibt kein Prunken mit schmucken Waffen; nur die Schilde bemalen sie sich unterschiedlich mit besonders ausgesuchten Farben." So weit Tacitus in der Germania, dessen Darstellung der geschichtlichen Wirklichkeit in diesem Punkt nicht ganz gerecht wird: Die Bewaffnung ist differenzierter gewesen, wie man aus Bodenfunden weiß.

Ursprung Jagdwaffen

Alle Waffen des Menschen sind ursprünglich Jagdwaffen gewesen, schon viele tausend Jahre vor der Zeitwende zum Besitz der Stämme gehörend, die als schweifende Jägerhorden die Kontinente durchstreiften. So waren Speer und Schild, Streitaxt und Keule und Schwert und Schild auch Waffen der Germanen. Ursprünglich hat man als Nahkampfwaffe den Feuersteindolch benutzt, dessen Schärfe und Gefährlichkeit man nicht unterschätzen darf.
Bronzedolch und Bronzeschwert
In der Bronzezeit kamen Schwerter aus Bronze in Gebrauch, die aber vielerlei Nachteile hatten, auch war Bronze, eine Legierung aus sehr gussfähigem Kupfer und Zinn, schwer zu beschaffen; Bronzeschwerter konnte sich also nur ein wohlhabender Mann leisten.
Zunächst haben die Bronzegießer ganze Dolche aus Bronze angefertigt, die nach dem Vorbild des Feuersteindolches geformt waren; später geht man dazu über, Griff und Klinge getrennt herzustellen und beide Teile mit einer Niete zu verbinden. Linienornamente deuten frühere Umwicklungen mit Schnüren an; Ornamente und Runen, die beim späteren eisernen Schwert mit Gold und Silber eingelegt wurden, sind in der Bronzezeit aus dunkelfarbig gehärtetem Baumharz, Bernstein oder Knochen entstanden. Schon in der Bronzezeit, also rund 1500 v. Chr., zeichnet sich jene Wertschätzung des Schwertes ab, die fast drei Jahrtausende später aus den Heldenliedern bekannt ist.

Das Eisenschwert


Erst zur Eisenzeit wurde das Schwert zu jedermanns Waffe; die Schlachten der Völkerwanderung sind mit eisernen Schwertern geschlagen worden. Besonders sorgsam geschmiedete Stücke erhielten Namen wie "Balmung", Siegfrieds Schwert; keines war ohne Schmuck, ohne heilbringende Zeichen und Muster. Das Schwert steckte in einer Scheide aus Holz, innen mit Fellbalg, außen mit Leder überzogen. Man trug es am Gürtel oder an einem Gehänge.
Es gab das kurze, dem römischen "gladius" nachgebildete Stoßschwert und das breite Hiebschwert mit der Blutrinne; häufig hatte der Schmied die Klinge mit kostbarer Einlegearbeit verziert. Der Prestigefaktor des Schwertes, wie der etwa des heutigen Repräsentationswagens, ist unverkennbar: am Schwert erkannte man den gesellschaftlichen Rang des Mannes. Allgemein bekannt geworden ist das einschneidige Kurzschwert, "Sax" (Sahs) genannt, das eventuell den Sachsen ihren Namen gab.
Das zweischneidige Hiebschwert stammt allerdings durchaus nicht aus diesem Raum, sondern ist keltisch-illyrischen Ursprungs, kommt also aus dem Südosten. Im ostgermanisch-burgundischen Raum trug man dagegen das einschneidige Hiebschwert, das dann in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten als Reiterschwert bei den Westgermanen Eingang findet. Um die Zeitwende ist dann die Spatha, das zweischneidige Langschwert, wieder in Mode gekommen; da es fast einen Meter maß, konnte es nur am Wehrgehänge getragen werden. Als das für die Völkerwanderungszeit übliche Schwert ist es zum Vorläufer der späteren Schwertformen geworden.

Kampfbeil und Streitaxt


Auch das Kampfbeil und die Streitaxt gehen auf uralte Formen der Steinzeit zurück, haben aber als Waffen keine sehr große Bedeutung gehabt und sind eher als Würdesymbole, etwa wie Marschallstäbe, benutzt worden. Erst in den nachchristlichen Jahrhunderten hat die Streitaxt mit langem Stiel, die Franziska, bei Franken und Wikingern als furchtbare Waffe ihre Wirkung getan.

Schild


Der Schild hat sich wohl aus der "Parierstange" entwickelt. Skandinavische Felszeichnungen zeigen bereits Schilde, und aus der Bronzezeit sind schwere, dickwandige Schilde aus getriebenem Bronzeblech erhalten. Der Schild der Germanen, meist aus Eschenholz, mit Leder überzogen, hatte innen den Griff, die so genannte "Schildfessel", die außen durch einen Buckel geschützt war. Man hat diesen Buckel auch wohl zur Spitze verstärkt und so mit dem Schild auch stoßen können. Meist waren die Schilde bemalt. Man kennt diese Sitte von afrikanischen Schilden. In jedem Falle soll die Bemalung dem Gegner zeigen, mit wem er es zu tun hat - zum Beispiel, mit welchem Stamm, mit welcher Sippe, mit welchem Kämpfer, und sie soll dem Schild magische Kraft verleihen. Man weiß, wie im Rittertum des Mittelalters der Schild zum Zeichen des Ritters wurde, schließlich zum Wappenschild; das heutige Wort "schildern" geht auf jene Bemalung zurück.
So ist der Schild mehr als nur ein Gerät; nach Tacitus galt es als ehrlos, ohne Schild aus der Schlacht zu kommen. Andererseits wurde der Kriegshäuptling, der "Herzog" und der König auf den Schild gehoben: Mit dieser Erhebung war der Auftrag gegeben, die Wahl gültig. Noch die letzten römischen Kaiser sind von der germanischen Truppe so in ihr Amt eingesetzt worden.

Helm und Panzer


Sie sind bei germanischen Kriegern ursprünglich nicht üblich gewesen und nur als Prunkstücke von Fürsten, eingeführt aus anderen Ländern, nachweisbar. Bis etwa zur Jahrtausendwende trug man allenfalls eine grobe Wollmütze, meist aber offenes Haar. Die Spangenhelme aus den fränkischen Kriegergräbern des 6.-8. Jahrhunderts sind Ausnahmen: Offensichtlich haben einheimische Handwerker diese Stücke nach ausländischen Vorbildern angefertigt.

Quelle: http://www.wissen.de/thema/germanisches-militaerwesen
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Re: Germanische Texte/Gedichte/Sprache

Beitrag  Klötos am Mo Sep 09, 2013 1:46 am

von In Extremo

Dies ist eine Übersetzung von Herr Mannelig
Herr Mannelig Songtext

Einmal früh morgens vor Sonnenaufgang
Machte die Bergtrollin dem Ritter einen Antrag
Bevor der Vögel Lied erklang
Sie sprach mit gespaltener Zunge

Ritter Mannelig, Ritter Mannelig
Bitte heirate mich
Deine Antwort kann nur "ja" sein oder "nein"
Denn ich kann dir alles geben
Wenn du es so willst

Ich werde dir zwölf feine Stuten schenken
Die im schattigen Hain grasen
Noch nie haben sie einen Sattel gespürt
Noch nie einen Zügel

Ritter Mannelig, Ritter Mannelig
Bitte heirate mich
Deine Antwort kann nur "ja" sein oder "nein"
Denn ich kann dir alles geben
Wenn du es so willst

Geschenke wie diese würde ich gern annehmen
Wenn du eine christliche Frau wärst
Aber du bist ein böser Bergtroll
Aus dem Geschlecht der Wassertrolle und des Teufels

Ritter Mannelig, Ritter Mannelig
Bitte heirate mich
Deine Antwort kann nur "ja" sein oder "nein"
Denn ich kann dir alles geben
Wenn du es so willst

Die Bergtrollin rannte zur Tür hinaus
Sie klagte und weinte laut
Hätt' ich den schönen Herrn bekommen
Wär ich von meiner Qual erlöst
Ritter Mannelig, Ritter Mannelig

Ritter Mannelig, Ritter Mannelig
Bitte heirate mich
Deine Antwort kann nur "ja" sein oder "nein"
Denn ich kann dir alles geben
Wenn du es so willst
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Re: Germanische Texte/Gedichte/Sprache

Beitrag  Mo-ack am Mo Sep 09, 2013 3:50 am

germanische Küche
Vorweg möchte ich kurz erwähnen, das es eigentlich keine direkten Überlieferungen von Rezepten aus der Germanenzeit gibt. Den einzigen Hinweis zur Zubereitung der Speisen gibt uns Tacitus mit folgenden Worten: „Ihre Speisen sind einfach: wildes Obst, frisches Wild oder geronnene Milch. Ohne besondere Zurüstung und ohne Leckereien vertreiben sie den Hunger.” Was jedoch bekannt ist, das die Germanen ihre Speisen mit Salz verfeinerten.

Die nun folgenden Rezepte könnten eine Anlehnung an die germanische Küche sein, sind aber tatsächlich eher in der Zeit des Mittelalters zu suchen.

Deftige Hafergrütze
1l Wasser, eine Prise Salz, 125g Haferflocken/schrot, 1/2l gesalzene Dickmilch
Wasser aufkochen lassen, den Hafer hinzugeben und ca. 25min. köcheln lassen und ab und zu umrühren. Das ganze mit der gesalzenen Dickmilch auf den Teller geben, und bei Bedarf noch etwas nachsalzen.

Pökelhering
1kg Hering im Ganzen, Salz, Butter
Heringe ausnehmen, gründlich waschen und abtropfen lassen. Mit Salz bestreuen und zwei Stunden durchziehen lassen. Heringe auf Stöcke spießen und ca. acht Stunden zum Trocknen in die Sonne oder einem warmen geschützten Ort (wegen der Fliegen) aufhängen. Den getrockneten und gesalzenen Fisch in eine Pfanne geben und mit Butter goldbraun braten.
In späteren Zeiten wurde der Hering auch mit dem Gewürz Thymian verfeinert, bevor er gebraten wurde.

Brot
Für ca. 8 Portionen
450g Roggenvollkornmehl, 1Tl Salz, 50g Butter, 20g Hefe(den heutigen Verhältnissen angepasst), 275ml lauwarmes Wasser, 75g Weizenkleie (statt Birkenrinde oder Kiefernborke - den heutigen Verhältnissen angepasst)

Hefe mit etwas Wasser glatt rühren, danach restliches Wasser zu geben und mit dem Mehl zu einem glatten Teig verarbeiten. Nach und nach Weizenkleie zu geben, den Teig einige Minuten gut durchkneten und in 8 Teile zerlegen und in runde Fladen ausrollen. Eine Pfanne fetten, den Fladen hineingeben und mit Gabel mehrfach einstechen und beim backen wenden. Legt man den Teig jedoch in den Backofen auf das Blech, entfällt das Wenden.
Warm schmeckt dieses Brot am besten, kalt ist es lange haltbar, jedoch etwas zäh und hart.
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Re: Germanische Texte/Gedichte/Sprache

Beitrag  Tokala am Mi Sep 18, 2013 10:47 pm

Germanische Götterwelt
Draugar - die Untoten des Nordens

So ziemlich jedes Volk auf der Welt hat so seine Legenden um Untote, die sich aus ihren Gräbern erheben und die Menschen heim suchen. Am bekanntesten ist da der "Nzùmbe" aus den Mythen des afrikanischen Stammes der Ambundu: Denn aus ihm entwickelte sich im 20. Jahrhundert in Amerika der berühmte "Zombie". Doch auch in Europa kannte man solche Legenden; Berühmtheit erlangten die rumänischen "Strigoi" - die wir heute als "Vampire" kennen.

Und so gab es natürlich auch hier im Norden solche Gestalten. Die Germanen nannten sie "Draugar"; was sich ungefähr mit "Wiedergänger" in das Deutsche übersetzt werden kann. Noch bis vor 50 Jahren fürchtete man sich hier auf dem Lande vor solchen Unholden, und vollführte stets uralte Rituale, damit sie einen nicht heimsuchen kamen...

Erstmal sei gesagt, dass Draugar nur erwachen können, wenn es sich um eine Körperbestattung handelte - denn im Gegensatz zu Geistern, die Seelen sind, die dem toten Körper entstiegen sind, sind Draugar die toten Körper, aus denen die Seele entfleucht ist. Demnach beugt also eine Brandbestattung auf jeden Fall dem Besuch eines Draugars vor.
Zum Draugar werden kann so ziemlich jeder. Meistens sind es aber
Menschen, die in ihrem Leben nie besonders beliebt waren. Ein Toter Körper kann aber auch zum Draugar werden, wenn er wegen irgend etwas Rache an den Lebenden verüben will, wenn er die Freuden und Reichtümer, die er im Leben hatte, vermisst, oder wenn er neidisch auf die fidelen Lebenden ist. Auch wenn man selbst von einem Draugar gebissen wird, dann erwacht man in der nächsten Nacht selbst als einer - das gilt sogar für Tiere!
Dass ein toter Körper des Nachts seinem Grab entsteigt, sieht man manchmal daran, dass der ursprünglich liegend Begrabene aufrecht in der Erde sitzt oder steht.

Erwacht dann ein Draugar, dann wabert er nicht wie Nebel aus der Erde hervor - ganz charakteristisch ist, dass er sich trotz des festen Körpers durch die Erde wie durch Wasser bewegen kann.
Erhebt er sich dann aus der Erde, verdunkelt sich der Himmel an der Stelle. Die Luft wird eisig kalt und eine schaurige Spannung breitet sich aus. So schleppt sich der halb verweste Draugar dann fort von seiner Begräbnis-Stätte in Richtung Dorf...

Das Aussehen eines Draugars ist verschieden. Der Haut-Ton variiert von leichen-blau bis erdig braun. Starb er ursprünglich durch ertrinken, entsteigt der Untote triefend nass der Erde - wurde er aber durch Waffen getötet, so erscheint er Blut verschmiert und mit klaffenden Wunden am ganzen Körper.
Auch können sie im Toten-Reich mächtig an Kraft zugelegt haben und sogar zur Größe eines ganzen Ochsen heran gewachsen sein! Und schließlich, so erzählte man sich, können die Draugar sich in Tiere und sogar Felsen verwandeln, um unentdeckt zu bleiben.

Das Auftauchen eines Draugars im Dorf bedeutet immer großes Unheil. Als wenn ihr auftauchen nicht schon furcht erregend genug wäre, so haben sie oft Krankheiten, Plagen und Missernten im Schlepptau. Gerne terrorisieren sie auch die Bevölkerung, in dem sie auf die Häuser-Dächer klettern und dort auf dem dach-First "reiten". Manchmal sind diese Unholde aber auch einfach auf's Töten aus - z.B. aus Rache, wobei sie auch schon aufgrund ihrer Größe und Kraft den ein oder anderen Totschlag aus Versehen begangen haben... doch wenn sie im Dorf auftauchen, gilt erstmal: Alles in die Häuser, gut verbarrikadieren und ausharren! Warten, bis niemand mehr um die Häuser schleicht. Doch selbst das hilft ab und zu nichts; da die Draugar magisch sehr begabt sind. In ihrer Zeit im Land der Toten lernen sie allerhand Flüche kennen; selbst die von der übelsten Sorte. Daher kann nach dem Besuch des Draugar - auch wenn ihm dabei niemand zum Opfer fiel - immer noch großes Unheil auf dem Dorf lasten.
Meistens gehen die Draugar übrigens genau den Weg zum Dorf zurück, den sie vom Totenbett aus zum Grab getragen wurden. Dieser Volksglaube hat sich bis in das 20. Jahrhundert auf dem Lande gehalten, weswegen selbst dann noch die Toten nicht direkt, sondern auf Umwegen zum Friedhof gebracht wurden. So sollte sich der Wiedergänger unterwegs verlaufen und das Dorf geschont bleiben. Allerhand andere Bräuche, wie das Durchtragen des Toten unter der angehobenen Türschwelle, das dreimal in verschiedene Richtungen Anheben des Sargs oder das Fahren des Toten-Wagens im Straßengraben dienten ebenfalls dem Zwecke, dass der Wiedergänger nicht den Weg zurück finden sollte, den er zum Grab gekommen war.

Das Problem beim Draugar ist, dass ihm Waffen nichts anhaben können. Weder Eisen noch Holz können ihn ernsthaft verletzen. Daher können nur die stärksten und kühnsten Recken einen Draugar abwehren, und zwar in dem sie ihn mit bloßen Fäusten zum Grab zurück prügeln. Dort ist er dann plötzlich nicht mehr so stark und unverwundbar und man kann ihm den Kopf abschlagen. Doch das war noch nicht alles; desweiteren hat er nun endgültig verbrannt zu werden - nackt, der Körper auf dem Bauch liegend, den Kopf mit der Nase in das Gesäß gedrückt. Die Asche hat dann im nächsten Fluss oder Meer verstreut zu werden, auf dass die Strömung die Überreste des Wiedergängers hinfort treibt... sicher ist sicher.
Man kann einem Draugar aber auch ganz einfach vorbeugen. Magische Beschwörungs-Formeln auf seinem Grab-Stein oder am Rahmen der Haustür tun da schon gutes Werk. Auch typische Schutz-Symbole, wie ein Hirsch-Geweih an der Hauswand oder die in Norddeutschland beliebten Pferde-Köpfe als Giebel-Schmuck - Geweih sowie Pferde-Köpfe stehen für die Alken; germanische Schutzgottheiten.
Tjoa, und letztlich hielt sich bis in das 18. Jahrhundert die Tradition, dass die Tage nach dem Ableben eines Menschen lang ein paar Kerle nahe des Grabes Lager aufschlugen und sofort den Wiedergänger zurück in das Grab prügeln konnten, wenn er ihm entsteigen wollte. Das ist heute noch in unserem Wortschatz zu finden: Die Totenwache.

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Re: Germanische Texte/Gedichte/Sprache

Beitrag  Mo-ack am Do Nov 14, 2013 8:12 pm

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Re: Germanische Texte/Gedichte/Sprache

Beitrag  SecondThought am Fr Nov 15, 2013 5:49 am

16:30. da war ich schon Smile Ist echt geil. Da leben die teilweise als ganze Familie mit Kindern ne längere Zeit das Leben nach. manche über Jahre hinweg.

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- Al Capone
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Re: Germanische Texte/Gedichte/Sprache

Beitrag  Tokala am Mi Nov 27, 2013 2:22 pm

Thors Kampf mit Hrungnir




Einst war Thor nach Utgard, in die Welt jenseits der Menschenwelt, gezogen, um Trolle zu jagen und Riesen zu erschlagen. Auch Odin hatte sich entschieden, mal wieder auszureiten. Hoch auf seinem Sturmross Sleipnir ritt er durch den stürmischen Himmel, über wilde Meere und karges Land. Immer weiter nach Nordosten ritt der Ase, bis auch er Utgard erreichte. Dort kam Odin in das Land Jotunheim, wo die Riesen ihre Heimat hatten. In der Stadt Griotunagardar hielt er an einem Hof und ließ Sleipnir etwas rasten. Da kam von den kahlen Äckern ein Felsen-Riese daher, und sein Name war Hrungnir. Er war der Herr des Hofes und hatte Odin schon von weitem nahen sehen. Hrungnir kam zu Odin und lobte ihn, dass er da ein sehr gutes Ross habe. Der Allvater stimmte zu und meinte, er wolle doch glatt seinen Kopf darauf verwetten, dass es kein besseres Pferd weit und breit gäbe. Da lachte der Riese laut, dass die Berge in der Ferne zitterten. "Dass es gut ist mag wohl sein" erzählte er, "aber mein bester Hengst Gullfaxi macht viel größere Sprünge als dein Pferd!" Dann begab Hrungnir sich in den Stall und holte Gullfaxi hinaus, denn er wollte Odin demonstrieren, dass eben doch nicht alles das beste ist, was aus Asgard kommt. Doch da war der graue Gott schon wieder fort geritten. Der Riese wurde zornig und fühlte sich betrogen, also sprang er auf sein Ross und setzte Odin nach. Tagelang ging die wilde Jagd, über Felsen und Flüsse und Felder hetzten die Reiter. Odin ritt zwar schnell, doch Hrungnirs Zorn wuchs mit der Zeit immer weiter, so dass er ganz übersah, dass die beiden schon längst in Midgard waren und geradewegs auf Asgard zu ritten. Bis in das Land der Götter hatte der Riese Odin gejagt, und erst als sie ganz oben bei Walhall angelangt waren, da beruhigte Hrungnir sich und merkte, welch Zeit doch vergangen war und wie weit er in seinem Joten-Zorn geritten war. Die Asen, die sich allmählich um den ungewöhnlichen Gast zusammen fanden, wollten man nicht so sein und luden ihn ein, mit ihnen in Walhall zu trinken. Da sagte Hrungnir nicht nein, und gemeinsam betraten allesamt die warme, hell erleuchtete Halle, in der bereits Hundertscharen von Einherjern saßen und gemeinsam feierten. Für den großen Riesen ließ Odin extra zwei große Schüsseln zum Trinken heran bringen, aus denen normal Thor trank. Man füllte sie mit goldenem Met und Hrungnir leerte sie mit je einem einzigen Zug. Bis tief in die Nacht hinein saßen sie alle beisammen. Allmählich wurde der Gast allerdings betrunken und fing an zu prahlen und aggressiv zu werden. Da prahlte er, dass er ganz Walhall hochheben würde. Dann würde er es bis nach Jotunheim tragen. Asgard wolle er im Meer versenken und alle Asen umbringen, nur Freyja und Sif nicht, denn die wolle er für seine eigenen Genüsse haben. Und wo Freyja ihm dann extra nur noch Bier einschenkte, drohte Hrungnir all das Bier der Götter in dieser Nacht zu trinken. 

Langsam hatten die Asen die Nase voll von diesem ungehobelten Gast. Da aber bis auf einen keiner kräftig genug war, einen ganzen Riesen vor Asgards Tor zu setzen, ließ man die göttlichen Rufhörner erklingen - und bald schon kam Thor mit Blitz und Gedonner über den Himmel angefahren. Als er, den Hammer fest in der Hand, dann Walhall betrat, rief er zornig, wie man denn auf die Idee käme einen Riesen nach Asgard zu lassen - und dann auch noch nach Walhall?! Da erhob sich der betrunkene Hrungnir von der Bank und stellte sich dem schnaubenden Thor entgegen. Odin habe ihn eingeladen, und er stünde mit den Asen in Frieden, erklärte er. Thor entgegnete: "Diese Einladung wirst du noch bereuen, ehe du Asgard verlassen haben wirst, Jotun!" Doch dann sagte der Riese wiederum: "Du hast wenig Ehre in dir, Asathor, wenn du mich, der ich unbewaffnet bin, hier erschlägst. Du zeigst dann schon mehr Mut, wenn du es wagst, mit mir auf den Feldern bei Griotunagardar zu kämpfen. Und ja, es war ziemlich unklug von mir, ohne meinen Schild und meine Keule hergekommen zu sein. Wenn ich meine Waffen hier hätte, könnten wir von mir aus gleich einen Holmgang (Zweikampf) ausführen - doch da dies nicht der Fall ist, beschuldige ich dich einer Schandtat, wo du mich doch wehrlos töten willst!" Alle im Saal schraken auf, da das das erste Mal war, dass einer so närrisch war, den mächtigen Thor herauszufordern. Dieser sagte zu, die beiden Kontrahenten machten aus wann sie sich treffen wollten, und Hrungnir bestieg wieder sein Ross, um die Heimreise anzutreten...




Als Hrungnir nach vielen tagen der Reise wieder in seiner Heimatstadt Griotunagardar angelangt war, erregte seine Nachricht viel Aufsehen. Die Riesen bekamen es mit der Angst zu tun, denn Hrungnir war der Stärkste weit und breit. Würde er fallen, wär die Stadt dem Zorn des Gottes schutzlos ausgeliefert. Also beriefen die Riesen eine Thing-Versammlung ein, auf der die einen Plan ersonnen: In den nächsten Tagen wurden alle dazu abgeordert, am nächsten See Lehm ab zu bauen. In der Nähe schichtete man die Massen auf und formte sie; das Gebilde wuchs immer weiter in den Himmel, bis über die Wolken! 91 km hoch und 27 km breit, so erzählt man sich, überragte der Lehm-Turm Jotunheim!!! darauf hin formten die Riesen Griotunagardars aus ihrem Werk eine Figur. Sie setzen ihr das Herz einer Riesen-Stute ein und erweckten sie mit uralten Joten-Zaubersprüchen zum Leben. Und so ward der Koloss Möckkalfi geboren.

Während der Zeit dieser Schöpfung hatte Hrungnir unten in der Stadt trainiert gehabt. Er war zum großen und kräftigen Krieger geworden. Zudem hatte er sich Helm und Schild aus reinem Fels gemeißelt, als Waffe trug er einen mächtigen keulenförmigen Wetzstein. Man munkelte sogar; dass Hrungnirs Herz aus Stein sei und drei Ecken habe! Von diesem Glauben her kommt auch die Bezeichnung "Hrungnirs Herz" für das Symbol, das dem Odinsknoten so ähnlich sieht...

An dem Tag, an dem der Holmgang also statt finden sollte, war die Luft besonders still. Der Himmel war grau, und die Riesen in Griotunagardar hatten sich in ihren Häusern verschanzt. Hrungnir mit seiner steinernen Rüstung und der Koloss Möckkalfi standen auf den kahlen Äckern vor der Stadt, erwartungsvoll geb Himmel blickend...




Doch es war nicht Thor, der vom Himmel herab kam und die Riesen erschlagen wollte. Aus der Ferne kam über die Äcker ein Menschenjunge angeritten! Thors bester Knecht, Thialfi, wurde von seinem Freund und Herrn voraus gesandt. Etwas verdutzt schauten Hrungnir und Möckkalfi drein, als der mickrige Knabe auf seinem Gaul da vor ihnen stand und zu ihnen hinauf rief: "Riese! Du stehst dort schlecht geschützt! Du trägst zwar deinen Felsen-Schild vor dir, doch der Thor hat dich schon gesehen, und er wird in die Erde hinab fahren um dich von unten anzugreifen!" Ein Wunder, dass der Jotun da nicht gleich misstrauisch geworden ist - vielleicht hatte er solche Furcht vor dem Kampf, dass er gar nicht richtig nachgedacht hat. Jedenfalls warf er den Schild zu Boden und stellte sich herauf, die Wetzstein-Keule fest in beiden Händen. So wollte er Thor zuvor kommen. 

Da plötzlich grollte gewaltiger Donnerhall aus dem Himmel hervor und hinter den dunklen Wolken tauchte Thor in seinem mächtigen Wagen auf. Als der Koloss Möckkalfi die wilden Augen, erfüllt mit Asen-Zorn, erblickte, bekam er es so sehr mit der Angst, dass er Wasser ließ. Vor Schreck hörte das Herz auf zu schlagen und da war es auch wieder vorbei mit Möckkalfi, dem Lehm-Koloss. 

Auch Hrungnir erschrak mächtig, wo er seinen Gegner doch von unten erwartet hatte. Doch den Schild wieder aufzuheben, dafür war es nun zu spät - Thor hatte schon seinen mächtigen Donnerhammer Mjölnir geworfen, und der Fels-Riese konnte dem nur noch seine Keule schützend entgegen halten. Doch es ist allgemein bekannt, dass wenn der Hammer geschwungen wird, ihn nichts aufhalten kann. Die Keule sprang einfach entzwei: Die eine Hälfte fiel zu Boden und zersprang dort; von den Brocken sind heute alle Wetzsteine. Die andere Hälfte flog hoch in den Himmel und traf Thor mitten an den Kopf - sie blieb im Schädel stecken und getroffen fiel der Donnergott herab auf den Erdboden, wo er mit lautem Wumms aufkam. Der Hammer jedoch war einfach durch den Schädel Hrungnirs hindurch geflogen, so dass dort nun ein großes Loch klaffte. Den Riesen hielt nichts mehr auf den Beinen und mit Ohrenbetäubendem Krach fiel er zu Boden, so dass sein Bein auf dem ebenfalls zu Boden liegenden Thor lag.

Thialfi war während dessen nicht untätig gewesen. Kaum wer weiß wie, aber irgendwie hatte er es geschafft, den leblosen Koloss zu Fall zu bringen. Und als Dritter an diesem Tag fiel auch dieser; und als er aufkam, erzitterte der Weltenbaum Yggdrasil sogar. Nach dieser Tat wandte sich der Knecht um und sah Thor unter dem Bein des besiegten Riesen liegen. Erschrocken eilte er zur Hilfe, doch konnte er das Bein des Hrungnir nicht mal ein bisschen anheben. Also nahm Thialfi sein Rufhorn und blies es, so rief er die restlichen Asen herbei. Mehrere Götter versuchten nach einander, Thor zu befreien - doch niemandem gelang es. Dies schien schon das Ende des großen Donnerers gewesen zu sein... 

Aus den Reihen der Asen stolperte da plötzlich ein kleines Kind hervor, gerade mal 3 Jahre alt. Es war Thors Sohn Magni, den er mit der Riesin Jarnsaxa gezeugt hatte. Als er seinen Vater erblickte, ergriff der Knabe das Bein Hrungnirs und schob es weg! 

Alle drum herum machten gewaltige Augen. Da regte sich auch Thor wieder, erhob sich vom dreckigen Boden und nahm seinen Sohn auf den Arm. Mit stolzen Worten sagte er: "Du, mein Junge, wirst einmal ein prächtiger Kerl werden! Ich will dir das gewaltige Ross des Riesen geben, den ich erschlagen habe!" Da umarmten sich Thor und Magni, und alle Götter waren erleichtert und heiter.

Doch mit einem Mal trat Odin an seinen Sohn heran und grummelte, dass Thor das Ross besser seinem Vater geschenkt hätte, anstatt diesem Kind einer Riesin...




Doch Thor hörte da gar nicht mehr auf seinen Vater. Die Bevölkerung der Riesen-Stadt Griotunagardar verschonte er. Er hob Sohn und Knecht auf seinen Wagen, und gemeinsam mit dem Rest seiner Sippe fuhr er durch den Himmel heim gen Asgard; fort aus dem Jotenland, in dem der Koloss und Hrungnir immer noch tot herum lagen, doch das juckte die Asen nicht. 

Zurück auf seinem Hof Thrudheim bereitete Thors Frau Sif erstmal ein großes Fest für ihre Helden, an dem alle Asen teilnahmen. Bis tief in die Nacht wurde gefeiert und getrunken, doch den Donner-Gott plagte die ganze Zeit dieser Stein, der noch in seinem Schädel steckte. Er bereitete ihm zunehmend schlimmere Kopfschmerzen.

Ein paar Tage nach dem Fest waren sie schon unerträglich. Thor konnte nicht mehr auf die Felder hinaus, und durch den Himmel fahren konnte er auch nicht mehr. Sif machte sich große Sorgen und beschloss, nach Midgard auszureiten. Dort besuchte sie die menschliche Völve (Schamanin) Groa, die viele alte Zauberkünste kannte. Sif bat die Frau, mit ihr in das Land der Götter zu kommen und ihren Mann von den Schmerzen zu erlösen. Einer solch netten, lieblichen Frau wie ihr könne man ja nichts abschlagen, dachte sich Groa, und begleitete die Göttin mit nach Thrudheim.

Dort, im Bauernhaus, lag Thor auf seiner Schlafstätte. Groa kniete sich dazu und gab Salben und Kräuter auf die Wunde, malte Runen darauf und sang uralte Zaubersprüche. Der gequälte Thor wurde langsam wieder heiterer, denn die Schmerzen schwanden immer weiter. Er dachte, er könne den Stein endlich gänzlich los werden, und wollte die Völve schon mal belohnen für ihre Arbeit. Während sie also die Zaubersprüche raunte, erzählte Thor, dass er von Oerwandil wusste - das war der Ehemann der Völve, der vor langer Zeit hoch im Norden im Land der Riesen verschollen gegangen war. Es sei gar nicht mal so lange her, erläuterte der Ase, dass er dort durch die Elivagar, die 11 großen Weltströme, watete. Dabei trug er Oerwandil in einem Weidenkorb auf dem Rücken zum anderen Ufer, denn die Flüsse sind ja viel zu kalt und zu reißend, als das ein Mensch sie durchschwimmen könne. Allerdings war da ein Loch im Korb, aus dem der große Zeh des Mannes hinaus schaute. In den eisigen Fluten erfror die Zehe, da brach Thor sie ab und warf sie weit weg in den Himmel. Dort oben am Himmel, da funkelt Oerwandils Zeh bis heute als Stern - das ist der Beweis dafür, dass Thor die Wahrheit sprach, und dafür, dass Groa bald ihren Ehegatten wiedersehen sollte. Da erschrak die Völve vor Freude - und vergaß glatt ihre Zaubersprüche. Und sie war so aufgeregt, jetzt wo sie wusste dass bald ihr Mann wieder zuhause wäre, dass sie sich beim besten Willen auch nicht mehr an die richtigen Zaubersprüche erinnern konnte...




Wohl oder übel musste Sif die Völve also wieder nach Hause begleiten. Der Stein in Thors Kopf war zwar gelockert, doch ganz weg war er nicht. 

Und aus dem Grunde war es bei den heidnischen Germanen auch Pflicht, alte oder kaputte Wetzsteine nicht auf zu heben, sondern weg zu werfen - denn das, so sagte man, lockere den Stein in Thors Kopf, auf das der Donnergott ihn eines Tages los werde.

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Re: Germanische Texte/Gedichte/Sprache

Beitrag  Addi am Mi Nov 27, 2013 9:42 pm

dafür das es dir gestern sooo schlecht ging warst noch ganz schön lange auf tokala, freut mich das es dir besser geht;-)
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Re: Germanische Texte/Gedichte/Sprache

Beitrag  Tokala am Do Nov 28, 2013 12:11 am

ach war alles scheisse. binn ins bett und um 2 war ich wieder wach und konnte bis 4 uhr nicht pennen XD

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